Simone bei der Schwertform

Wenn der Himmel die Erde küsst

Taijiquan ist eine Form der Körperarbeit, die aus der Stille kommt.

Sie stellt die natürliche Verbindung von Himmel – Mensch – Erde wieder her.

Auf dieser Seite stelle ich die Geschichte und einige Grundbegriffe zu Taijiquan vor.

Laterne im Chinesischen Garten Frankfurt. Foto: Simone

Taiji oder Qigong?

Taijiquan (auch: Tai Chi Chuan) stammt aus China. Ursprünglich eine Kampfkunst wandelte sie sich im 20. Jahrhundert zu einer wirksamen Gesundheitsübung und begeistert heute Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Über 500 internationale Studien belegen ihren gesundheitlichen Nutzen. Taijiquan ist zugleich der ideale Einstieg in eine ganzheitliche Lebensweise. Qigong (auch: Chi Kung) ist eine Schwesterdisziplin des Taijiquan und dient der Pflege des Lebens. Die Übungen sind leicht und schnell zu erlernen und aktivieren die Lebensenergie Qi in den Meridianen – vergleichbar mit einer Akupunktur.

Viele Taiji-Stile verfügen über eigene Qigong-Übungen. Sie dienen dem Aufwärmen und Vorbereiten auf die komplexen Choreografien des Taijiquan. Der Taiji-Typ spiegelt sich gleichermaßen im Qigong wie im Taiji wieder und ist für die Wirksamkeit beider Übungssysteme gleichermaßen relevant. Typgerechtes Taiji oder Qigong optimiert die Körperhaltung durch Berücksichtigung der Atem- und Körperform des Übenden. Die korrekte Belastung von Muskeln, Bändern und Gelenken verringert das Verletzungsrisiko und sorgt für den freien Fluss der Lebensenergie Qi, welche in China als unsichtbare, aber universelle Lebensenergie verstanden wird.

Taiji oder Tai Chi?

Die Schreibweisen für Taijiquan und Qigong unterscheiden sich nach dem Gebrauch der Umschrift chinesischer Zeichen. T’ai chi ch’üan ist die ältere phonetische Umschrift nach dem Wade-Giles-System, welches die Aussprache erleichtert. Dagegen ist Tàijíquán die neuere Pinyin-Umschrift, welche die VR China 1958 einführte. Sie berücksichtigt die Unterschiede in den Tonhöhen der Silben und gilt heute als Standard. Ein anderes Beispiel ist Peking (alt) und Beijing (neu) oder Chi Kung (alt) und Qigong (neu). Tai Chi oder Taiji wird zumeist als Abkürzung für Taijiquan verwendet.

Taiji kommt aus dem Unendlichen. Es ist der Ursprung von Bewegung und Ruhe und die Mutter von Yin und Yang. In Bewegung handeln beide Kräfte unabhängig voneinander, in Ruhe verschmelzen sie zur Einheit. Übermaß wie Unzulänglichkeit müssen vermieden werden; tue weder zuviel noch zuwenig.

Wang Zhongyue

Taijiquan und innere Kraft

Taijiquan bedeutet übersetzt: eine Kampfkunst nach dem Prinzip des Taiji. Quan bedeutet Faust oder Faustkampf. Taiji ist ein Begriff aus dem chinesischen Schöpfungsmythos und entstammt aus Yijing (auch: I Ging), dem Buch der Wandlungen, das um 400 v. Chr. entstand. Es bedeutet: das größte Höchste. Taiji kommt aus der Unendlichkeit, einem Urzustand, bevor Himmel und Erde existierten. Die Begriffe Taiji und Quan wurden erstmals Ende des 18. Jahrhunderts im Zusammenhang gebraucht. Der Wushu-Meister Wang Zhongyue (1736-1795) beschrieb damit eine neuartige Kampfkunst.

Es dauerte noch bis Mitte des 19. Jahrhundert, bis Taijiquan durch den berühmten Kampfkünstler Yang Luchan (1799-1872) in China bekannt wurde. Ihr Geheimnis war die innere Kraft: einen Kontrahenten zu besiegen, ohne Muskelkraft zu nutzen und ohne ihn zu verletzen. Diese innere Kraft zu erlernen, ist eines der höchsten Ziele im Taijiquan. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, Taijiquan im individuell passenden Taiji-Typ zu praktizieren.

Die Taiji-Typen: Himmel und Erde

Der Taiji-Typ gehört zum umfassenderen Thema der Atem- und Körperformen des Menschen. Taijiquan ist eines von vielen Anwendungsgebieten. Dazu zählen Yoga, Body Reading, Stimme & Gesang, Schauspiel, Lernstörungen und Händigkeit sowie Atem- und Körpertherapie. Frieder Anders hat durch körperliche Tests der inneren Kraft die Bedeutung der Atem- und Körperformen für das Taijiquan nachgewiesen. Es lassen sich zwei Taiji-Typen unterscheiden: der himmelwärts strebende Bottom-up-Typ (von unten nach oben) und der erdverbundene Top-to-bottom-Typ (von oben nach unten). Ersterer nutzt für seine innere Kraft die Yin-Energie des Einatmens, letzterer die Yang-Energie des Ausatmens.

Gerade für Taiji-Anfänger ist es nicht immer einfach, sich selbst einem Typ zuzuordnen und das optimale Taijiquan oder Qigong für sich zu finden. Zumeist ist es ein diffuses Gefühl, dass sich irgendetwas nicht ganz richtig anfühlt oder manchmal auch die Frustration, trotz beharrlichen Übens nicht das gewünschte Ergebnis zu erzielen. In diesen Fällen ist es unbedingt erforderlich, die Taiji-Praxis auf den individuell geeigneten Taiji-Typ hin zu überprüfen.

Mit Vorgespräch und Basismodul unterstütze ich dich dabei: einerseits, um gleich als Anfänger das richtige Taiji auszuwählen und andererseits, um als Taiji-Übender die Gewissheit zu erlangen. Wenn du deinen Taiji-Typ kennst, kann es anfühlen, als ob du nach Hause, zu dir selber kommst. Leichtigkeit und Freude an der Bewegung kehren zurück und das Üben zahlt sich aus: durch schöne Aha-Momente und den Taiji-Flow.

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Im Gespräch klären wir deinen Taiji-Typ und du erfährst, ob Taijiquan zu dir und deinen aktuellen Bedürfnissen passt.

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Weitere Informationen und Buchtipps

Über den Ursprung der Körper- und Atemformen berichtet Marco Gerhards in seinem Vortrag an der Taiji Akademie.


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